Stand: August 2026, wird gepflegt

Dokumentation in der außerklinischen Intensivpflege: die 24-Stunden-Kurve

Kurz gesagt

In der außerklinischen Intensivpflege wird je Klient und Tag ein Dokumentationsblatt geführt, das den vollen Zeitraum von 0 bis 24 Uhr abbildet. Auf diese 24-Stunden-Kurve gehören Beatmungsparameter, Vitalwerte, Bilanzierung, Blutzucker und Insulin sowie das Trachealsekret. Üblich sind 3 bis 4 Einträge je 12-Stunden-Schicht, ein lückenloses Stundenraster ist nicht gefordert. Jede Schicht zeichnet die verantwortliche Pflegekraft.

Warum ein Blatt je Klient und Tag

Die 24-Stunden-Kurve ist das zentrale Arbeitsdokument der außerklinischen Intensivpflege. Je Klient und Tag entsteht genau ein Blatt, das von 0 bis 24 Uhr durchläuft. So bleibt der komplette Tagesverlauf auf einen Blick lesbar. Die Werte der Nacht stehen neben den Werten des Tages, Trends fallen sofort auf.

Verteilte Einzeldokumente leisten das nicht. Wer Beatmungswerte, Bilanz und Blutzucker in getrennten Listen führt, muss für jede fachliche Frage mehrere Quellen übereinanderlegen. Ein durchgehendes Tagesblatt beantwortet dieselbe Frage in Sekunden: Wie hat sich der Klient über die letzten 24 Stunden entwickelt?

In der 1:1-Versorgung wechseln sich in der Regel zwei 12-Stunden-Schichten ab. Beide Schichten schreiben auf dasselbe Blatt. Das Tagesblatt ist damit die gemeinsame Wahrheit beider Schichten und die Grundlage jeder Übergabe.

Wie dicht dokumentiert wird: 3 bis 4 Einträge je Schicht

In der Praxis haben sich 3 bis 4 Einträge je 12-Stunden-Schicht etabliert. Ein Eintrag zu Schichtbeginn, ein bis zwei im Verlauf, ein Eintrag zum Schichtende. Ein starres Stundenraster ist fachlich nicht gefordert.

Leere Stunden auf der Kurve sind normal und kein Dokumentationsfehler. Ein stabiler Klient, der schläft, erzeugt keine neuen Werte. Entscheidend ist, dass Ereignisse und Abweichungen zeitnah eingetragen werden: eine Absaugung, eine veränderte Beatmungseinstellung, eine Auffälligkeit bei den Vitalwerten.

Die Dichte steigt mit dem Zustand. Bei instabilen Klienten, nach Interventionen oder bei Veränderungen der Beatmung wird engmaschiger dokumentiert. Die Faustregel von 3 bis 4 Einträgen beschreibt den ruhigen Regelfall, nicht die Obergrenze.

Was auf die Kurve gehört

Die 24-Stunden-Kurve bündelt die beatmungspflegerischen und vitalen Kerndaten des Tages an einem Ort. Dazu gehören:

  • Beatmungsparameter: eingestellte und gemessene Werte, darunter IPAP und EPAP, Atemfrequenz und Sauerstoffgabe
  • Cuffdruck der Trachealkanüle mit dem Zielbereich 20 bis 30 cmH2O, jede Kontrolle mit Wert und Uhrzeit
  • Trachealsekret nach Menge, Konsistenz, Farbe, Beimengungen und Geruch
  • Bilanzierung: Einfuhr und Ausfuhr über den Tag, inklusive Sondenkost und Flüssigkeit
  • Blutzucker und Insulin: Messwert, gegebene Einheiten, Uhrzeit
  • Vitalwerte: Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Temperatur

Der Cuffdruck: kleiner Wert, große Wirkung

Der Cuffdruck verdient besondere Aufmerksamkeit. Der Zielbereich liegt bei 20 bis 30 cmH2O. Ein zu niedriger Druck erhöht das Risiko, dass Sekret an der Blockung vorbei in die tiefen Atemwege gelangt. Ein zu hoher Druck schädigt auf Dauer die Schleimhaut der Luftröhre.

Ein einzelner Wert irgendwann am Tag genügt deshalb nicht. Jede Kontrolle steht als eigener Eintrag mit Uhrzeit auf der Kurve. Liegt ein Wert außerhalb des Zielbereichs, gehört auch die Korrektur dokumentiert.

Zeichnung: jede Schicht unterschreibt

Jede Schicht wird von der verantwortlichen Pflegekraft gezeichnet. Die Zeichnung bestätigt, dass die Einträge der Schicht vollständig und korrekt sind. Bei zwei 12-Stunden-Schichten stehen am Tagesende also zwei Zeichnungen auf dem Blatt.

Das ist mehr als eine Formalie. Die Dokumentation ist Teil des Leistungsnachweises gegenüber den Kostenträgern und im Streitfall das zentrale Beweismittel. Ohne erkennbare Verantwortliche verliert das Blatt an Aussagekraft.

Die Kurve als Übergabe-Instrument

Die Übergabe zwischen den Schichten läuft entlang der Kurve. Die übernehmende Pflegekraft sieht auf einem Blatt, wie die letzten 12 Stunden verlaufen sind: Beatmung stabil, Bilanz ausgeglichen, Cuffdruck im Zielbereich, zwei Absaugungen mit klarem Sekret.

Die Übergabe wird dadurch kürzer und sicherer. Statt aus dem Gedächtnis zu berichten, gehen beide Pflegekräfte die dokumentierten Ereignisse durch. Was auf der Kurve steht, geht auch unter Zeitdruck nicht verloren.

So bilden wir das ab

ITbuddy.Care führt die 24-Stunden-Kurve digital: je Klient und Tag ein Tagesblatt von 0 bis 24 Uhr mit Feldern für Beatmungsparameter, Cuffdruck, Trachealsekret, Bilanzierung, Blutzucker und Vitalwerte. Einträge tragen automatisch Uhrzeit und Handzeichen der angemeldeten Pflegekraft, die Schichtzeichnung erfolgt digital.

Häufige Fragen

Muss jede Stunde ein Eintrag auf der Kurve stehen?

Nein. Üblich sind 3 bis 4 Einträge je 12-Stunden-Schicht. Leere Stunden sind bei stabilen Klienten fachlich normal. Wichtig ist, dass Ereignisse und Abweichungen zeitnah dokumentiert werden.

Welcher Cuffdruck gilt als Zielbereich?

Der Zielbereich liegt bei 20 bis 30 cmH2O. Jede Kontrolle wird mit Wert und Uhrzeit auf der Kurve dokumentiert, Abweichungen samt Korrektur.

Wie wird Trachealsekret dokumentiert?

Nach fünf Merkmalen: Menge, Konsistenz, Farbe, Beimengungen und Geruch. So lassen sich Veränderungen, etwa ein beginnender Infekt, früh erkennen.

Wer unterschreibt die 24-Stunden-Kurve?

Jede Schicht zeichnet die verantwortliche Pflegekraft. Bei zwei 12-Stunden-Schichten trägt das Tagesblatt am Ende des Tages zwei Zeichnungen.

Sehen Sie das digitale 24-Stunden-Tagesblatt im Einsatz. ITbuddy.Care bildet die Intensivpflege-Dokumentation von der Beatmungskurve bis zur Schichtzeichnung ab.

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