Stand: August 2026, wird gepflegt

Beatmungsdokumentation: welche Werte in die Pflege-Doku gehören

Kurz gesagt

In die Pflegedokumentation gehören je Schicht die aktuellen Geräteeinstellungen der Beatmung: Modus, Atemfrequenz, Tidalvolumen, PEEP, IPAP und EPAP sowie FiO2. Dazu kommen die gemessenen Werte, der SpO2-Verlauf, Alarmereignisse mit Uhrzeit und Reaktion sowie Filter- und Schlauchwechsel mit Datum. Eingestellte und gemessene Werte werden getrennt geführt. Die STK- und MTK-Fristen der Geräte nach MPBetreibV gehören dagegen in die Geräteakte, nicht auf die Tageskurve.

Zwei Fragen, die die Doku beantworten muss

Die Beatmungsdokumentation in der außerklinischen Intensivpflege beantwortet zwei Fragen: Mit welchen Einstellungen lief das Gerät, und wie hat der Klient darauf reagiert? Beide Fragen brauchen eigene Einträge. Die Einstellungen beschreiben, was das Gerät leisten soll. Die Messwerte und der klinische Eindruck zeigen, was beim Klienten ankommt.

Wer nur eine der beiden Seiten dokumentiert, produziert Lücken. Einstellungen ohne Messwerte zeigen nicht, ob die Beatmung wirkt. Messwerte ohne Einstellungen lassen sich nicht einordnen, weil der Bezugspunkt fehlt.

Vollständig geführt ist die Beatmungsdoku zugleich ein Übergabe-Instrument. Die übernehmende Schicht liest daraus in wenigen Minuten, mit welchen Einstellungen das Gerät läuft, wie der Klient in den letzten Stunden reagiert hat und welche Alarme aufgetreten sind. Und in der Qualitätsprüfung ist dieselbe Doku der Nachweis, dass die Beatmung lückenlos überwacht wurde.

Geräteeinstellungen je Schicht übernehmen

Zu Beginn jeder Schicht werden die aktuellen Geräteeinstellungen in die Dokumentation übernommen, im Verlauf wird jede Abweichung mit Uhrzeit festgehalten. Grundlage jeder Einstellung ist die ärztliche Anordnung, die Dokumentation belegt, dass die angeordneten Einstellungen anlagen. Übernommen werden:

  • Beatmungsmodus
  • Atemfrequenz (AF)
  • Tidalvolumen
  • PEEP
  • IPAP und EPAP bei entsprechenden Modi
  • FiO2, der eingestellte Sauerstoffanteil

Eingestellt ist nicht gemessen

Beatmungsgeräte zeigen neben den Einstellungen auch Messwerte an, etwa das tatsächlich erreichte Tidalvolumen oder die tatsächliche Atemfrequenz bei unterstützenden Modi. In der Dokumentation werden beide getrennt geführt: der eingestellte Wert und der gemessene Wert.

Die Differenz zwischen beiden ist eine fachliche Information. Weicht das gemessene Tidalvolumen dauerhaft vom eingestellten ab, ist das ein Befund, der beobachtet und weitergegeben gehört. Wer beide Werte in einer Spalte vermischt, verliert genau diese Information.

SpO2-Verlauf und Alarmereignisse

Die Sauerstoffsättigung wird als Verlauf über den Tag dokumentiert. Einzelwerte mit Uhrzeit ergeben zusammen die Kurve, aus der Trends ablesbar sind, etwa ein schleichender Abfall über mehrere Stunden.

Alarmereignisse des Beatmungsgeräts werden mit Uhrzeit und Reaktion dokumentiert: Welcher Alarm trat auf, was wurde festgestellt, was wurde getan. Ein Eintrag ohne Uhrzeit und ohne beschriebene Reaktion hat keinen Nachweiswert. Nachvollziehbar ist ein Eintrag wie: 14:20 Uhr Diskonnektionsalarm, Schlauchverbindung am Befeuchter gelöst und wieder verbunden, Werte anschließend stabil.

Filter- und Schlauchwechsel mit Datum

Verbrauchsmaterial am Beatmungsgerät wird mit Datum dokumentiert: Filterwechsel und Schlauchsystemwechsel, je nach System auch weitere Komponenten. Die Wechselintervalle ergeben sich aus den Herstellerangaben und den Vorgaben der Versorgung.

Das Datum ist hier die zentrale Angabe. Nur mit dokumentiertem Wechseldatum lässt sich prüfen, ob das Intervall eingehalten wurde. Fehlt das Datum, beginnt beim nächsten Wechsel das Rätselraten, und im Zweifel wird Material zu früh oder zu spät getauscht.

Abgrenzung: STK und MTK gehören in die Geräteakte

Beatmungsgeräte unterliegen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Dazu gehören sicherheitstechnische Kontrollen (STK) und messtechnische Kontrollen (MTK) mit festen Fristen je Gerät.

Diese Fristen gehören in die Geräteakte des jeweiligen Geräts, nicht in die Pflegedokumentation des Klienten. Trennen Sie beide Ebenen sauber: Die Tageskurve dokumentiert die Versorgung des Klienten, die Geräteakte den Zustand und die Prüfhistorie des Geräts. Fristen stehen dann an der Stelle, an der sie überwacht werden, und die Tageskurve bleibt frei von gerätebezogener Verwaltung.

So bilden wir das ab

ITbuddy.Care führt Beatmungseinstellungen und Messwerte getrennt auf dem digitalen 24-Stunden-Tagesblatt, mit Uhrzeit und Handzeichen je Eintrag. Daneben führt die Geräteverwaltung je Gerät die Akte mit den Fristen nach MPBetreibV.

Häufige Fragen

Welche Geräteeinstellungen gehören je Schicht in die Doku?

Modus, Atemfrequenz, Tidalvolumen, PEEP, IPAP und EPAP sowie FiO2. Sie werden zu Schichtbeginn übernommen, Abweichungen im Verlauf werden mit Uhrzeit dokumentiert.

Warum werden eingestellte und gemessene Werte getrennt dokumentiert?

Weil die Differenz eine fachliche Information ist. Weicht der gemessene Wert dauerhaft vom eingestellten ab, ist das ein Befund, der beobachtet und weitergegeben werden muss.

Wie werden Alarme des Beatmungsgeräts dokumentiert?

Mit Uhrzeit, festgestellter Ursache und Reaktion. So bleibt nachvollziehbar, welcher Alarm auftrat, was vorgefunden wurde und wie darauf reagiert wurde.

Gehören STK- und MTK-Fristen in die Pflegedokumentation?

Nein. Die Fristen der sicherheitstechnischen und messtechnischen Kontrollen nach MPBetreibV gehören in die Geräteakte des jeweiligen Geräts, nicht auf die Tageskurve des Klienten.

Beatmungswerte, Alarme und Wechseldaten strukturiert je Schicht erfassen: Sehen Sie sich die Intensivpflege-Strecke von ITbuddy.Care an.

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